Wissenswertes über Grevenbroich
Das Stadtwappen

Das Wappen der Stadt Grevenbroich wird in seiner heutigen Form seit
1976 geführt. Es geht auf ein Schöffensiegel von 1308 zurück.
Das Wappen zeigt in Rot eine silberne (weiße) Burg mit Zinnenturm
und niederem gezinnten Anbau. Rechts einen goldenen (gelben) Schild
mit dem rotbewehrten und bezungten schwarzen Jülicher Löwen.
Geschichte
Grevenbroich - die "Bruchlandschaft der Grafen" ist eine junge
Stadt auf geschichtsträchtigem Boden. Nahe einer alten Römerstraße
zwischen Rhein und Maas wurde das sumpfreiche Gebiet von den Grafen
von Kessel, deren Stammsitz die Grafschaft Kessel an der Maas war, Ende
des 13. Jahrhunderts urbar gemacht. Inmitten der Besitzungen errichteten
sie auf einer Kiesbank eine befestigte Burganlage, die von Brüchen,
Sümpfen und der Erft umgeben, einen sicheren Schutz gegen feindliche
Angriffe bildete. In der Folge wurde das Land nach seinen gräflichen
Besitzern als "Bruche comitis" - der Grafen Bruch oder Bruchland
- bezeichnet. 1297 wurde das Wilhelmitenkloster "in munitione Byuke"
d.h. in der befestigten Ansiedelung Broich errichtet. Teile des Wilhelmitenklosters
mit dem Bernardusturm sind heute noch zwischen der Pfarrkirche St. Peter
und Paul und dem alten Rathaus zu sehen.1307 wurden Burg und Ort durch
Schiedsspruch den Grafen und späteren Herzögen von Jülich
zugesprochen. 1311 wurde Grevenbroich erstmals als Stadt "oppodium
nostrum bruke" urkundlich erwähnt. Im 15. Jahrhundert bauten
die Grafen von Jülich die ehemalige Burganlage zum landesherrlichen
Schloss um, in dem seit 1425 mehrfach der Jülicher Landtag abgehalten
wurde. Vom ehemaligen Schloss ist noch der Palasbau nebst einem Torgebäude,
welches das Schloss von der Stadt trennte, vorhanden. Heute noch bildet
das "Alte Schloss" mit seiner ausgezeichneten Gastronomie,
mit großen Versammlungs- und Konferenzräumen einen kulturellen
und gesellschaftlichen Mittelpunkt im Zentrum der Stadt, so dass Grevenbroich
seit jeher gerne als "Schlossstadt" bezeichnet wird. Im Laufe
der Jahrhunderte litt Grevenbroich immer wieder infolge kriegerischer
Auseinandersetzungen (z.B. 30-jähriger Krieg 1618-1648 oder 7-jähriger
Krieg 1756-1763) unter Verwüstungen und Kontributionen. Auch Pestseuchen
(1664/65) entvölkerten Grevenbroich. Bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts
wächst die Stadt nicht über die Wälle mit davorliegenden
Wassergräben hinaus, die sie als sogenannte "innere Festung"
umgeben. Dann entwickelte sie sich schnell. Unter der französischen
Besatzung von 1794 - 1814 erhielt die Entwicklung der Stadt Grevenbroich
wichtige Impulse; insbesondere die Bereiche Verwaltung- und Justizwesen,
Verkehrswesen und Industrie waren hiervon berührt. 1767 zählte
Grevenbroich 330 Einwohner, 1820 waren es 627 und 1871 schon 1325. Die
Stadt wuchs über ihre alten Grenzen hinaus, und folglich beseitigte
man zur Jahrhundertwende die alte Stadtbefestigung. Entlang der Kölner
Chaussee (heute Lindenstraße) siedelten sich erste Industriebetriebe
an. Entscheidend für diese Entwicklung war auch die Errichtung
eines Eisenbahnknotenpunktes (1869), der industrielle Ansiedlungen ermöglichte
und die Stadt bald zum verkehrserschlossenen Standort der Textil-, Metall-
und Nahrungsmittelindustrie sowie des Braunkohlenabbaus machte. 1900
zählte die Stadt dann 3410 Einwohner. Die weitere Ansiedlung von
Industriebetrieben und der Bedarf an Arbeitskräften ließen
die Bevölkerungszahl weiter steigen. Die städtische Bebauung
dehnte sich bis zum Bahnhof aus, neue Wohngebiete wurden erschlossen
und das Straßennetz ausgebaut. Elsen und Grevenbroich wuchsen
zusammen. Die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und der darauffolgende
Wiederaufbau beseitigten große Teile des historischen Bausubstanz.
Günstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen forcierten in den 60er
und 70er Jahren eine rege Bautätigkeit. Seit Anfang der 70er Jahre
wuchsen die einzelnen Stadtteile um den historischen Ortskern zusammen,
in dem sich bis heute der mittelalterliche Grundriss wiederspiegelt.
Die Stadt Grevenbroich in ihrer heutigen Struktur als Mittelzentrum
wurde im Zuge der kommunalen Neugliederung 1975 aus sieben Gemeinden
des ehemaligen Kreises Grevenbroich gebildet, zu diesen auch die früher
kölnische Stadt Hülchrath mit ihrem bedeutendem Schloss und
die Stadt Wevelinghoven mit dem ebenfalls historisch bedeutenden Kloster
Langwaden zählten. Die verschiedenen Stadtteile haben eine lange,
wechselvolle Geschichte erlebt. Heute leben über 63.000 Einwohner
verteilt in 33 Ortschaften. Dazwischen immer wieder das Grün der
Wälder, Wiesen und Äcker entlang der Erft, die auf einer Länge
von 20 km die Stadt durchfließt und in der nahen Kreisstadt Neuss
in den Rhein mündet.
Grevenbroich - Stadt der Landesgartenschau
1995
"Die Erde heilen" lautete das Motto der fünften Nordrhein-Westfälischen
Landesgartenschau, die 1995 in Grevenbroich ausgerichtet wurde. Moderner
Industriestandort auf der einen Seite - idyllische Stadt im Grünen
auf der anderen Seite. Ein Gegensatz? Nein, nicht für die Grevenbroicher.
Im Gegenteil: Der scheinbare Widerspruch wurde aufgelöst. Aufgelöst
durch die Landesgartenschau selbst: von Mai bis September blühte
Grevenbroich auf. Unzählige Blumen, die Mäanderinsel, der
Braunkohlenwald und zahlreiche kulturelle und Unterhaltungs-Veranstaltungen
lockten über eine Millionen Besucher in das Gartenschaugelände.
Sehenswürdigkeiten
Zu den Sehenswürdigkeiten unserer Stadt zählen Altes Schloss
mit Haus Hartmann und Standesamt, Museum im Gartenschau-Park, Zisterzienser-Kloster
Langwaden und seine Gartenanlagen, Schloss Hülchrath, Braunkohlentagebau
sowie zahlreiche Denkmäler, Plastiken und Skulpturen in den Stadtteilen.
In der näheren Umgebung der Stadt liegen die weltbekannte Museumsinsel
Hombroich und das Wasserschloss Dyck, Kulisse der Soap-Opera "Verbotene
Liebe".
Partnerstädte
Grevenbroich ist eine weltoffene Stadt. Intensive partnerschaftliche
Beziehungen zu St.-Chamond in Frankreich, zu Celje in Slowenien und
zur Stadt Auerbach im Vogtland beweisen dies. Schulen, Vereine und Privatpersonen
nehmen an dem jährlichen Austauschprogramm teil bzw. fahren zu
Freunden in die Partnerstädte.
Energien über, auf und unter der Erde
Grevenbroich nutzt seine natürlichen Ressourcen über, auf
und unter der Erde und wandelt Wind, Sonnenenergie und Kohle in elektrischen
Strom um. Grevenbroich liegt an der größten zusammenhängenden
Braunkohlenlagerstätte Europas (2.500 qkm). Seit der Mitte des
19. Jahrhunderts wird in Grevenbroich Braunkohle zu Heizzwecken abgebaut.
Heute sind in den Tagebauen zur Förderung des heimischen Energieträgers
riesige Schaufelradbagger im Einsatz. Aus dem Rohstoff Braunkohle wird
in zwei Kraftwerken Strom für Millionen Menschen erzeugt. Dabei
arbeiten die Kraftwerke umweltfreundlich und die geplanten neuen Anlagen
werden den Energiegehalt des Brennstoffs Braunkohle noch besser ausnutzen
können. Im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungsprojekten stellt
man sich aber auch den Herausforderungen im Hinblick auf "alternative,
regenerative" Energien. Man setzt sich aktiv mit den Themen Energie
und Umwelt auseinander. So ist 1991 am Neurather See - einer rekultivierten
Grube aus dem Braunkohlentagebau - zur Stromerzeugung aus Sonnenenergie
mit Solarzellen, eine "Photovoltaik-Anlage" errichtet worden,
die zu den größten in Europa zählt. Neben Braunkohle
und Sonnenenergie wird eine weitere Energiequelle erschlossen. Auf der
Vollrather Höhe - eine aufgeschüttete Halde aus dem Braunkohlenabraum
- steht seit 1995 eine Windkraftanlage mit vier mächtigen, 50 m
hohen Windrädern. Eine Erweiterung des Testfeldes um acht Windkrafträder
ist geplant, da Grevenbroich beste Standortbedingungen bietet. Strom
aus Braunkohle bildete auch die Basis für die Ansiedlung einer
Aluminiumhütte in Grevenbroich. Heutzutage werden im größten
Kaltwalzwerk Europas Aluminiumfolien auf einer Breite von über
zwei Metern so dünn ausgewalzt, dass sie z.B. als Schokoladenverpackung
verwandt werden können. Nebenan hat sich der heutige Konzern auf
die Herstellung von Spezialelektroden für die Stahl- und Siliziumindustrie
und auf Aluminium-Recycling für die Automobilindustrie sowie die
Gewinnung hochreinen Aluminiums spezialisiert, welches in allen Bereichen
der Elektrotechnik wie in der Luft- und Raumfahrt Verwendung findet.
Große und namhafte Unternehmen aus der Nahrungsmittelindustrie,
der Recycling-Wirtschaft und des Anlagen- und Maschinenbaus haben ebenfalls
ihre Betriebsstätten in Grevenbroich.2.000 ansässige Unternehmen
bieten über 26.000 Menschen Beschäftigung. Davon entfallen
ca. 12.500 Arbeitsplätze auf den Dienstleistungssektor. Das Handwerk
ist mit knapp 500 Betrieben mit rund 3.400 Arbeitsplätzen vertreten.
Kultur
Der Fachbereich Kultur bietet eine bunte Palette des vielfältigen
Kulturangebots an; eine Theaterreihe, " Kultur extra " mit
bekannten Kabaretts und Comedy - Darstellern, verschiedene Musikreihen
von Pop bis Klassik, Sonderveranstaltungen und die Lesereihe "
Literaturcafé ". Das Haus Hartmann am Alten Schloss, die
Versandhalle und die Stadtbücherei auf der Stadtparkinsel bieten
Raum für regelmäßige Ausstellungen. Das Stadtarchiv
bewahrt das Gestern für das Morgen. Das Stadtarchiv besitzt nicht
nur für Interessierte der Heimatgeschichte interessante Quellen,
sondern ist eine für jedermann zugängliche Fundgrube. Auch
die Stadtbücherei auf der Stadtparkinsel spricht alle Bürger
an. Hier stehen 40.000 Medieneinheiten zur Verfügung. Darüber
hinaus kann man in der Artothek der Bücherei für wenig Geld
Kunstwerke ausleihen. Am Original seiner Wahl kann man sich dann zwei
Monate lang zuhause erfreuen. Das Museum im Stadtpark präsentiert
Regional- und Stadtgeschichte, sowie Völkerkunde. Die regionalen
Funde werden als ständige Ausstellung, verbunden mit Wechselschauen
gezeigt und erläutern geschichtliche Zusammenhänge. Die völkerkundlichen
Sammlungen zeigen alte Kulturen des Mittelmeerraumes und Kulturen aus
dem alt - amerikanischen Raums. Führungen, Vorträge und Studienfahrten
ergänzen das vielseitige Programm.